‚Plebs‘ est ipsum ridiculam series – spectabimus!

Im Jahre des Herrn 43: die Römer unterwerfen England.

Im Jahre des Herrn 2013: England schlägt zurück mit einer 6-teiligen Komödie, die im alten Rom spielt. Die Hauptpersonen sind Plebs, die kleinen Leute, die mehr schlecht als recht ihrem Leben nachgehen: Marcus und Stylax arbeiten im Scriptorium.

Lustigerweise arbeitet Marcus als Kopierer, Stylax als (Papier-)Schredder, und auch der Wasserjunge Aurelius geht einer Tätigkeit nach, die heute von Maschinen erledigt werden.

Marcus besitzt einen Sklaven, den faulen, verfressenen Grumio. Die drei leben in einem Appartment in – klaro – Rom. Eines Tages zieht die sehr schöne aber etwas simple Cynthia Cogidubna mit ihrer Sklavin, der zynischen Metella, nebenan ein… Es entspinnt sich eine Geschichte, die mindestens seit den Römern zeitlos ist – was macht Männchen, damit Weibchen auf ihn aufmerksam wird…

Ich fand Plebs witzig und sehenswert, und würde mich freuen, wenn es nach den bisher geplanten 6 Folgen noch weitergehen würde.

Die Prämisse entkoppelt die Handlung ein wenig von der tagesaktuellen Realität, so dass sich hier jede Menge Möglichkeiten bieten, satirisch tätig zu werden. Leider wurde dies m.E. nur unzureichend umgesetzt.

Die Besetzung ist durchweg sehr gelungen, auch und gerade die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Lydia Rose Bewley ist toll als Metella, Ryan Sampson ein deadpan-as-deadpan-can-Grumio. Als Marcus Grumio zur Bestrafung dessen Holzkugel-in-den-Holzbecher-Spiel wegnimmt, sagt dieser „Ich hatte es sowieso schon durchgespielt“.

Colquhoun - Nachrichten von letzter Woche
Sophie Colquhoun als Nachbarin Cynthia Cogidubna

Erwähnt werden müssen auch Tom Basden als „Wasserjunge“ Aurelius. Auch ist er einer der Autoren der Serie. Diesen Typen kennt irgendwie jeder: erfolglos, unterdrückt-aggressiv – der Typ Kollege, der schnell mal zum Chef rennt um sich über andere zu beschweren.

Und natürlich die sehr dominant auftretende Chefin von Marcus, Stylax und Aurelius: Flavia, wie man heute sagt, ein Cougar.

Alle Darsteller sind echte Comedy/Stand-up-Profis oder aber erfolgreiche Charakterdarsteller. Oder beides (das muss sich nicht ausschließen, so wie bei uns in Deutschland), was Plebs zu einem überdurchschnittlichen Sehvergnügen macht.

Geschrieben sind die Episoden recht gut, allein schon den Titel der Folge „Bananae“ fand ich extrem witzig. Eigentlich „hatte“ mich die Serie ungefähr fünf Minuten nach Beginn der ersten Folge.

Die Witze sind definitiv nichts für Kinder – die Römer in Plebs gehen recht unverkrampft mit Themen wie Genitalherpes, Inzucht, Pornographie, Orgien generell usw. um. Ich denke, dass man evtl. noch mehr hätte aus dem Thema altes Rom herausholen können. Aber auch so sind die Folgen in sich geschlossene, schöne Geschichten, deren gemeinsamer großer Spannungsbogen Marcus‘ Versuche die schöne Cynthia zu bezirzen ist. Ob und wie er dabei erfolgreich ist, sei nicht verraten.

Plebs wurde in Bulgarien gefilmt – ich vermute weil die Produktion in England wohl das zehnfache gekostet hätte. Schade eigentlich. Denn man sieht natürlich den billigen Kulissen an, dass sie billige Kulissen sind… und das ist nicht im Mindesten schlimm, schließlich hat Plebs keinen Anspruch auf historische Akkuratesse, und ICH WEISS DAS als Zuschauer.

Originalität 2/2

Schauspieler 2/2

Regie 1/2

Drehbücher 1/2

Humor 2/2

8/10 Punkte

Update: Ja, angeblich wird es eine zweite Staffel geben! Jubilate! Und klare Empfehlung.

Abschließend noch ein Bild der zeitlos schönen Cynthia Cogidubna: Sophie Colquhoun aka Cynthia Cogidubna

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